Wirtschaft International

Hilfsmaßnahmen zeigen Wirkung

Die Hilfsmaßnahmen für den notleidenden Finanzsektor werden honoriert: Die internationalen Börsen fahren Rekordgewinne ein.

Die europäischen Regierungen stellen in einer beispiellosen Rettungsaktion etwa 1 Billion Euro für die angeschlagene Finanzbranche zur Verfügung. Das größte Rettungspaket beschloss die Bundesregierung mit bis zu 500 Mrd. Euro. Die Euro-Länder haben sich am Wochenende darauf geeinigt, vor allem Garantien für die Kredite zu übernehmen, die sich die Banken gegenseitig gewähren.

Börsen reagieren mit Kursfeuerwerk
Der japanische Nikkei-Index hat mit dem höchsten Gewinnsprung aller Zeiten auf die internationalen Rettungspläne in der Finanzkrise reagiert. Der Index verzeichnete ein Plus von 14,5%. Japan feierte die Rettungspläne mit einem Tag Verspätung. Am Montag war die Börse in Tokio wegen eines Feiertages geschlossen. Die japanische Regierung gab dem Markt mit eigenen Hilfsplänen zusätzlichen Auftrieb.

Zuvor waren die US-Börsen mit zweistelligen Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der Dow Jones schloss am Montag mit 11% im Plus. Er schloss um 936 Punkte höher bei 9.388 Zähler. Das war der höchste Punktegewinn aller Zeiten.

Der DAX hatte den Handel am Montag mit einem Plus von 11,4% auf 5.062 Punkte beendet. Prozentual ist dies der größte Tagesgewinn in der 20-jährigen Geschichte des deutschen Indexes. Und die Rally am deutschen Aktienmarkt geht am Dienstag in die nächste Runde. Die Aussicht auf ein mögliches Ende der Finanzkrise lässt den DAX zur Handelseröffnung um 3,6% oder 180 Punkte auf 5.242 Zähler klettern. Die Papiere der Banken und Versicherer verbuchen erneut hohe Aufschläge.

Hilfspaket der Bundesregierung: Einige Länder unzufrieden
Das Bankenpaket der Bundesregierung erntet viel Lob, an den Börsen wird es gefeiert. Nur einige Länder sind offenbar nicht zufrieden. Ihnen ist die vorgesehene 35-Prozent-Beteiligung zu hoch. So verlangte Noch-CSU-Chef Huber Mitspracherecht. Finanzminister Peer Steinbrück will heute seine Länderkollegen zunächst über die Details zum Rettungspaket informieren.

US-Regierung will bei Großbanken einsteigen
Medienbereichten zufolge will die Regierung Bush in großem Stil bei Banken einsteigen. Dafür werden 250 Mrd. Dollar bereit gestellt. Unter den Instituten seien auch 9 der größten Finanzkonzerne wie Citigroup, Bank of America und J.P. Morgan Chase, berichteten sowohl die "Washington Post" als auch das "Wall Street Journal". Die 250 Mrd. waren eigentlich zum Aufkauf fauler Kredite gedacht.

Ist der Tiefpunkt überwunden?
Börsenexperten wollen sich noch nicht festlegen, ob der Tiefpunkt in der Finanzkrise nun überwunden ist. Trotz der deutlichen Gewinne an den Weltbörsen sei es noch zu früh.

geld-online vom 14.10.2008

Weitere Themen
17.10.2008
EU will Industrie stützen

16.10.2008
Rezessionsangst: Börsen brechen ein

14.10.2008
Hilfsmaßnahmen zeigen Wirkung

13.10.2008
Hilfspaket gegen Kollaps der Finanzmärkte

10.10.2008
Rezessionsängste drücken Börsen tief ins Minus

09.10.2008
Trotz Zinssenkung weiter nach unten

08.10.2008
Finanzmarktkrise: Börsen weiterhin auf Talfahrt

07.10.2008
Finanzkrise erreicht Wirtschaft

02.10.2008
Rettungspaket vom US-Senat genehmigt

01.10.2008
Hilfspaket: Bereits heute nächste Abstimmung

30.09.2008
US-Hilfspaket fällt durch