Der Rettungsplan der US-Regierung für den Finanzsektor ist am Montagabend im US-Repräsentantenhaus gescheitert. 228 Abgeordnete haben gegen das insgesamt 700 Mrd. Dollar schwere Maßnahmenpaket gestimmt. Lediglich 205 Kongressmitglieder stimmten dafür.
Börsen rauschen in den Keller
Die Finanzwelt reagierte geschockt auf die Ablehnung. Die US-Börse erlebte einen schlimmeren Einbruch als nach den Anschlägen vom 11. September. An der Wall Street verlor der Dow-Jones 777,68 Punkte oder 6,98%. Gemessen an den Punkten war es der stärkste Einbruch in der Geschichte der New Yorker Börse.
Auch in Asien brachen am Dienstag die Kurse ein. Der japanische Nikkei-Index verlor 4,6% oder 544,54 auf 11.199,07 Zähler. Die japanische Zentralbank pumpte erneut 2 Billion Yen (13,4 Mrd. Euro) in die Geldmärkte.
Am Montag schlug die Mitteilung über die Ablehnung bereits auf den DAX-Kurs durch. Der deutsche Leitindex verlor 4,2% und sank damit unter die Marke von 6.000 Punkten. Die Börsianer gehen davon aus, dass der DAX seine Talfahrt am Dienstag fortsetzen wird. Und so kommt es dann auch. Im frühen Handel am Dienstagmorgen rutscht das Börsenbarometer unter die Marke von 5.700 Punkte. Die Bankaktien stehen besonders unter Druck.
Verschärfung der Finanzkrise befürchtet
Experten befürchten, dass sich die internationale Finanzkrise nun weiter verschärft. Für Donnerstag berief das US-Repräsentantenhaus eine neue Sitzung ein.
Ölpreis fällt, Gold steigt
Der Ölpreis ist am Montag in New York um 10,52 auf 95,04 Dollar pro Barrel gefallen, das ist ein Rückgang von 9,8%. Damit hat sich Öl in den vergangenen Tagen um rund 20% verbilligt. Der Ölpreis reagiert damit auf die neue Unsicherheit um das Kreditrettungspaket und die konjunkturellen Sorgen.
Gold ist dagegen gesucht. Investoren flüchten in Gold, denn es gilt in Krisenzeiten als relativ sichere Anlage. Der Preis stieg in New York um 23,20 auf 911,70 Dollar die Feinunze. |