| Wirtschaft International |
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Rezessionsängste drücken Börsen tief ins Minus
An den weltweiten Finanzmärkten geht es immer weiter nach unten. Der deutsche Leitindex DAX eröffnete am Morgen mit einem Minus von fast 10%.
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| Nachdem die Börsen in den USA und in Asien bereits im Minus schlossen, war der DAX mit Verlusten erwartet worden. Die Krise trifft den deutschen Aktienmarkt mit voller Härte. Der DAX gab zum Handelsstart deutlich über 400 Punkte ab. Sämtliche Werte bis auf Volkswagen befinden sich im Minus. Zwischenzeitlich notierte der DAX bei 4.364 Punkten, dem tiefsten Stand seit Ende Mai 2005. Auf Wochensicht hat der deutsche Leitindex damit ein Viertel seines Wertes eingebüßt.
Die Aussichten für die Wirtschaft seien düster, heißt es auf dem Parkett. Große Rezessionsängste und Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Finanzkrise lasten auf den Aktienmärkten. Die vertrauensbildenden Maßnahmen von Regierung und Zentralbanken erwiesen sich damit zunächst als wirkungslos.
Schließung der Märkte gefordert
Der Finanzmarktexperte Joachim Goldberg von dem Beratungsunternehmen Cognitrend forderte gegenüber dem Fernsehsender "n-tv" eine zeitweilige Schließung der Börsen. Man solle die Märkte eine Woche lang dicht machen, damit man zur Ruhe komme. Derzeit seien die Verkäufe teilweise völlig kopflos.
In Moskau blieben die Börsen wegen der starken Kursstürze an der Wall Street und an der Tokioter Börse geschlossen. Auch Island stoppte inzwischen den Aktienhandel an der Börse in Reykjavik bis Montag. Der Börsenbetreiber OMX begründete den Schritt mit der "ungewöhnlichen Marktsituation" auf der Atlantikinsel. Die isländische Börse wird stark von heimischen Banken dominiert.
Nikkei verlor 11%
Am Morgen ging es mit den asiatischen Börsen nach unten. Der Nikkei-Index verlor mehr als 11% und notierte damit erstmals seit 2003 unter 9.000 Punkten. In der ersten Handelsstunde verlor das asiatische Leitbarometer 1.042,08 Punkte und notierte bei 8.115,41 Zählern. Zum Handelsschluss notierte der Nikkei bei 8.276 Punkten. Seit Montag hat das japanische Börsenbarometer ein Viertel seines Wertes verloren.
Japan: Erster Finanzkonzern muss Konkurs anmelden
In Japan musste der erste Finanzkonzern Konkurs anmelden. Es handelt sich um das Lebensversicherungsunternehmen Yamato, ein Versicherer mittlerer Größe mit rund 1.000 Beschäftigten. Wegen der ungewöhnlich schnellen und drastischen Abwärtsbewegung bei den Aktien sei Yamato mit 111 Mio Dollar in die roten Zahlen gerutscht, erklärte Firmenchef Takeo Kanazono.
Dow Jones fällt unter die 9.000-Punkte-Marke
Am Donnerstag war der Dow Jones an der Wall Street um 679 Punkte oder 7,3% eingebrochen. Erstmals seit 5 Jahren notierte der Index damit unter der Marke von 9.000 Zählern.
Finanzkrise drückt den Ölpreis
Die Finanzkrise drückt auf den Ölpreis. Grund dafür sind die Erwartungen, dass die Finanzkrise zu einem weltweiten Wirtschaftsabschwung und damit auch zu einer sinkenden Nachfrage nach Öl führen wird. Im Handel in Asien fiel der Preis für ein Barrel US-Leichtöl am Freitag um 4,35 auf 82,24 Dollar. damit erreicht der Ölpreis den niedrigsten Stand seit Oktober letzten Jahres.
Treffen der G7-Finanzminister
Heute wollen in Washington die G7-Finanzminister zusammen kommen, um über Vorschläge zur Krisenbewältigung zu beraten. Laut Medienberichten will Japan für ein Kreditprogramm werben, Bundesfinanzminister Steinbrück will ein Acht-Punkte-Programm vorlegen. |
geld-online vom 10.10.2008 |
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