Porsche übernimmt Kontrolle bei VW
Porsche hat seine Anteile am Wolfsburger Autobauer auf 35,14 erhöht und verfügt damit über eine sogenannte faktische Mehrheit bei Volkswagen.
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| Laut Porsche ist VW nach dem Wertpapierübernahmegesetz jetzt offiziell ein Tochterunternehmen. "Unser Ziel bleibt weiterhin, unseren Anteil an Volkswagen auf über 50% zu erhöhen", erklärte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.
Sperrminorität bleibt bestehen
Die Sperrminorität von 20%, die dem Land Niedersachsen als zweitgrößtem Anteilseigner ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen sichert, bleibt weiter bestehen. Obwohl die EU-Kommission die Bundesregierung wegen der Sonderrechte bei VW erneut vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagen will, sieht die geplante Neufassung des VW-Gesetzes, die an diesem Freitag dem Bundesrat zur ersten Lesung vorgelegt werden soll, weiter die Sperrminorität für Niedersachsen vor.
Betriebsrat zurückhaltend
Seit Monaten herrscht zwischen dem Porsche Betriebsrat und der Volkswagen-Arbeitnehmervertretung ein erbitterter Streit über die zukünftige Sitzverteilung in den Gremien. Der VW-Betriebsrat sieht das Gremium von Porsche-Arbeitnehmervertretern dominiert, obwohl die Wolfsburger deutlich mehr Mitarbeiter haben als der Stuttgarter Konzern. Die Reaktion auf die Aufstockung der Porsche-Anteile viel entsprechend reserviert aus.
Übernahmeangebot für Audi
Porsche ist durch die neuen Beteiliungsverhältnisse jetzt gezwungen, auch ein Übernahmeangebot für Audi abzugeben. Eigenen Angaben zufolge hat Porsche aber kein Interesse an der VW-Tochter. Audi sei integraler Bestanteil des Volkswagen-Konzerns und solle nicht aus diesem Verbund herausgelöst werden, heißt es in Stuttgart. Daher will Porsche nur den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis von etwa 487 Euro je Audi Aktie bieten. VW hat bereits angekündigt, diese Angebot für seine über 99% Audi-Aktien abzulehnen. |
geld-online vom 17.09.2008 |