Isländische Bank: Finanzaufsicht friert Konten ein
Die Finanzaufsicht hat die Konten bei der deutschen Niederlassung der inzwischen verstaatlichen isländischen Bank Kaupthing eingefroren.
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| Die Regierung in Island hat die Kaupthing-Bank übernommen, um den Kollaps des Finanzsystems der Insel zu verhindern. Wie ein Sprecher der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erklärte, sei das Zahlungs- und Veräußerungsverbot zeitlich nicht befristet. Mit der Einfrierung der Konten solle ein ungeordneter Abzug von Einlagen und eine Überweisung ins Ausland verhindert werden.
Auch die Finanzmarktaufsichtsbehörde Österreichs (FMA) verbot der dortigen Kaupthing-Zweigstelle die Entgegennahme von Kundengeldern und fror alle Spareinlagen ein.
Deutsche Niederlassung stellt Geschäftsbetrieb ein
Die deutsche Niederlassung der Kaupthing Bank in Frankfurt am Main stellt ihren Geschäftsbetrieb ein. Zuvor hatte die Geschäftsführung noch in einer Mitteilung beteuert, dass das Geldhaus nicht in Schwierigkeiten sei. 30.800 Kunden in Deutschland haben laut BaFin rund 308 Mio Euro bei der Kaupthing-Bank angelegt.
Staatsgarantie greift nicht
Die Bank untersteht den Angaben zufolge den isländischen Kontrollbehörden. Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel verkündigte Staatsgarantie für private Bankeinlagen greift Experten zufolge in diesem Fall nicht. Auch ist das isländische Geldinstitut nicht Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds der deutschen Geschäftsbanken.
Es gelten damit nur die Regeln des isländischen Sicherungsfonds. Angaben eines Kaupthing-Sprechers zufolge schützt dieser pro Person umgerechnet 20.887 Euro. Zwar hatte Islands Premierminister Geir Haarde eine Staatsgarantie für alle Privateinlagen bei den Banken der Insel abgegeben. Allerdings konnte Kaupthing bislang nicht klären, ob auch deutsche Kunden davon profitieren.
Vor Kaupthing hatte die Regierung bereits die beiden anderen führenden Geldhäuser des Landes, Landsbanki und Glitnir, unter staatliche Kontrolle gestellt. |
geld-online vom 10.10.2008 |