Auf die Frage, ob die ganze VW-Affäre hinter dem Rücken von Piëch stattgefunden haben kann, sagt Volkert: "Wer die damalige Gesamtkonstellation im Unternehmen kennt, kann sich schwer vorstellen, dass all das ohne Piëch gelaufen ist." Im VW-Konzern habe es "nur wenig gegeben, was er nicht wusste". Er selbst habe Piëch "nie gefürchtet. Aber man ist gut beraten, ihn sich nicht zum Feind zu machen".
"Wahrscheinlich vielen geschadet"
Der einst mächtigste Betriebsratsboss des Landes erlebte seinen persönlichen Absturz als "Katastrophe" und zeigte einerseits Reue: "Das Schlimmste ist wirklich, was ich meiner Familie angetan habe." Andererseits verteidigte er das alte System: "Alle haben doch profitiert. Der Konzern brummte, nie gab es bessere Tarifverträge für die Beschäftigten."
Volkert gab aber auch zu, "wahrscheinlich vielen geschadet" zu haben - auch dem Mitbestimmungsgedanken. Zugleich klagte er die IG Metall an, keine Lehren aus der Affäre gezogen zu haben. Da werde "doch alles totgeschwiegen". Letztlich fordere die Mitbestimmung "einen derart großen Spagat, dass es einen irgendwann zerreißt, egal wie charakterfest man ist".
Ungleichbehandlung
Volkert zeigte sich zudem verärgert über die Ungleichbehandlung des ebenfalls über die VW-Affäre gestolperten Ex-Personalvorstands Peter Hartz. Der bekam eine Bewährungsstrafe und erhält vom VW-Konzern weiter seine volle Betriebsrente von 16.000 Euro monatlich, Volkerts Altersbezüge wurden von VW dagegen "um 50 Prozent gekürzt". Wenn das keine Vorzugsbehandlung sei, sagt Volkert, "dann weiß ich nicht mehr". Im Gegensatz zu Hartz habe die Staatsanwaltschaft ihm aber "nie einen Deal angeboten".
Finanziell ist der 65-Jährige offenbar ruiniert. Laut "Spiegel" erwägt Volkert, privat Insolvenz anzumelden. Unter anderem fordere das Finanzamt von ihm 470.000 Euro. Grund: Er soll das Geld, das seine damalige Geliebte von VW bekam, nachversteuern. "Bezahlen kann ich das nicht", sagt Volkert. Er selbst sehe sich bereits "mit dem Hut in der Fußgängerzone". |