Im Visier der Steuerfahndung
Offenbar war die Durchsuchung bei Post-Chef Klaus Zumwinkel nur der Anfang in einem gigantischen Steuerskandal. Weitere Razzien sollen in den kommenden Tagen in ganz Deutschland anlaufen. Hunderte von Verdächtigen sollen bereits enttarnt sein.
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| Wie das "Handelsblatt" am Freitag unter Berufung auf Emittlerkreise berichtet, haben die Ermittler Hinweise aus Unterlagen der LGT-Bank, der Bank der liechtensteinischen Fürstenfamilie. Post-Chef Klaus Zumwinkel, gegen den wegen Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt wird, war offenbar nur die Spitze des Eisbergs. Im Zuge der Ermittlungen könnten weitere Hunderte von Verdächtigen auffliegen.
Razzien in ganz Deutschland
Dem Bericht der Zeitung zufolge werden in den nächsten Tagen in ganz Deutschland Razzien anlaufen. Bei den Steuersündern handele es sich meist um reiche und prominenten Deutsche, so das "Handelsblatt". Namen seien noch nicht bekannt.
Zumwinkel führt Geschäfte weiter
Unterdessen hält die Post an ihrem Vorstandsvorsitzenden fest. Nach Angaben des Konzerns führt der 64jährige ungeachtet der Ermittlungen "die Geschäfte wie gewohnt fort". Beobachter rechnen allerdings nicht damit, dass er sich noch lange im Amt halten kann, so das "Handelsblatt". Als potenzieller Nachfolger ist der 46-jährige Logistikvorstand Frank Appel im Gespräch.
1 Mio Euro Steuern hinterzogen
Der Post-Chef steht unter Verdacht, mit Hilfe von Geldanlagen in Liechtensteiner Stiftungen Steuern von rund 1 Mio Euro hinterzogen zu haben. Gestern waren bei einer Razzia Zumwinkels Büro in der Bonner Konzernzentrale und sein Privathaus in Köln durchsucht worden. Ein Haftbefehl wurde gegen Kaution außer Kraft gesetzt. |
geld-online vom 15.02.2008 |