IG Metall: Höchste Lohnforderung seit 1992
Die IG Metall hat für die Verhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie eine Lohnforderung zwischen 7 und 8% empfohlen.
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| Das ist die höchste Forderung seit 16 Jahren. Im Jahr 1992 hatte die Gewerkschaft zuletzt mit 9,5% eine höhere Forderung aufgestellt. Die aktuelle Zahl begründete IG-Metall-Chef Berthold Huber mit den Preissteigerungen, Produktivitätsfortschritten und einem sogenannten Gerechtigkeitsausgleich.
Die Nettogewinne der Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie seien zwischen 2004 und 2007 um 220% gestiegen, die Entgelte der Beschäftigten nur um 10% und real nur um 2% im gleichen Zeitraum. Die Inlandsnachfrage komme daher nicht in Schwung.
Stützung der Binnenkonjunktur
Den Worten Hubers zufolge wird die Forderung von 7 bis 8% "den konjunkturellen Erfordernissen der Stützung der Binnenkonjunktur im nächsten Jahr gerecht".
Nach einer erneuten Beratung in den Gewerkschaftsbezirken sollen die Lohnziele für die Tarifrunde 2008 am 23. September endgültig festgelegt werden. Anfang Oktober beginnen die Tarifverhandlungen für die rund 3,6 Mio Beschäftigten der deutschen Leitbranche.
Forderungen überzogen
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hält die Forderungen für überzogen. Diese Forderung sei Unvernunft und bringe die Akzeptanz des Lohnfindungssystems in Gefahr, warnte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser. Der zuletzt erreichte Beschäftigungsaufbau und die Weltmarktanteil der Betriebe dürfte nicht leichtsinnig aufs Spiel gesetzt werden.
Wirtschaftsexperten warnen
Die Forderung der Gewerkschaft löst auch unter Wirtschaftsexperten Kritik aus. So warnte der Direktor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann vor einem zu hohen Tarifabschluss. Der Wirtschaftsexperte Peter Bofinger hält Lohnsteigerungen in Höhe von rund 3% im bundesweiten Durchschnitt für vertretbar. Alkis Otto vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) bewegt sich in einem ähnlichen Bereich. |
geld-online vom 09.09.2008 |